Retiariergladius

Der Protoretiarius, welcher auf dem Kelch aus der Chrysippwerkstatt dargestellt wird, trägt nur Netz und Dreizack. Ab der Weiterentwicklung zum heute bekannten Retiarius steht der Gladiator vor dem Problem, dass er im ersten Teil des Kampfes zwei Waffen in einer Hand halten muss (vgl. Abb. 1 und 2). Aus unserer Übersicht über die Entwiklung des Retiarius kennt man unsere Auffassung, dass der Retiarius mit einem Gladius bewaffnet war.

Abb. 1 Mosaik Villa Bignor, England
Abb. 2 Mosaik Villa Nenning, Deutschland

Da ein sicherer Griff in der Gladiatur unabdingbar ist, muss der Retiarius eine Möglichkeit gehabt haben, um diese zwei Waffen in einer Hand zu führen. Eine Möglichkeit wären möglichst flache Gladius Silhouette
Schaut man sich nun die Grifftypen der verschiedenen Gladii bzw. Spathen an, stellt man fest, dass es durchaus flache Pariere und Knäufe gab. Somit wäre die Nutzung eines Solchen eine Erklärung für das waffenverlustfreie Kämpfen eines Retiariers.

Abb. 3 Klingenformen und Grifftypen

In Anlehnung an die Größenverhältnisse im Borghese-Mosaik (Abb. 4) und Junkelmann S.92f haben wir die folgenden Gladiusdaten erarbeitet:
1. Klingenlänge 33cm
2. Grifflänge 16cm
3. Gladiustyp Mainz gekürzt (vgl. Markierungen Abb. 3)
4. Griff 2-3Jh. mit flachem Parier und Knauf (vgl. Markierungen Abb. 3)

Abb. 4 Mosaik Villa Borghese, Italien

Dies wollten wir uns dann anfertigen lassen.
Wie so oft, haben uns die fleißigen Bienen von Fabri Armorum unglaublich schnell und präzise geholfen
Hier sind die Ergebnisse!


Valete euer Pullus